Einführung

 

 

Eine Legende...

 

Wir schreiben das Jahr 1878, knapp elf Jahre nach dem Bakumatsu, dem Ende der Shogunregierung. Damals kämpften Patrioten für die Wiederherstellung der Macht des Kaisers. Es war eine Zeit die zahlreiche Romane, Filme und eben auch Manga inspiriert hat, schließlich kämpften hier zahlreiche illustre Persönlichkeiten gegen- und miteinander um Japans Zukunft nach ihren Ideen zu verändern. Einige dieser historisch überlieferten Personen finden sich zwar auch in Kenshin wieder, zunächst liegt das Hauptaugenmerk aber auf fiktiven Charakteren, in erster Linie Kenshin selbst: Dieser kämpfte während dem Bakumatsu auf der Seite der Ishin Shishi (der Patrioten) und glänzte dort als ein präziser Killer, der eine exzellente und absolut tödliche Kampftechnik benutzte um unbekannt und ungesehen die Feinde seiner Herren aus dem Weg räumte. Seine wahre Identität war nur sehr wenigen bekannt, für den Rest war er Hitokiri Battosai, und unter diesem Namen wurde er schnell zur gefürchteten Legende.

 

Zwischen seinem 14. und seinem 17. Lebensjahr tötete er zahllose Menschen, doch gegen Ende des Konfliktes verschwand er spurlos und alles was er zurückließ, war sein Schwert. Dieser Mann, dessen charakteristischstes Merkmal die kreuzförmige Narbe auf der linken Wange war, wurde lange Zeit nicht mehr gesehen...

 

Nur ein harmloser "Rurouni"

 

Aber wie ich schon sagte, wir schreiben das Jahre 1878 und seit Kenshins Verschwinden sind 11 Jahre vergangen. Kaoru Kamiya, Meisterin des Kamiya Dojos, kämpft gegen eine Schmutzkampagne an, die das Ansehen ihres Dojos zu zerstören droht, denn ein Mann der sich selbst Hitokiri Battosai nennt begeht im Namen ihrer Schule Morde in Tokyo. Kaoru - entschlossen dies zu beenden - stellt auf der Straße einen Mann der ihr verdächtig vorkommt, da er ein Schwert trägt - trotz Waffenverbot. Doch dieser kleine Mann mit den roten Haaren und der merkwürdigen kreuzförmigen Narbe überzeugt sie schnell davon, dass er unschuldig ist, schließlich ist er gerade erst in die Stadt gekommen und sein Schwert ist kein gewöhnliches sondern eines, dessen Klinge auf der Innenseite liegt - in einem gewöhnlichen Kampf kann er damit niemanden töten.

 

Dafür wird der "rurouni" aber uninteressant für Kaoru und sie hastet weiter und stellt den wahren Mörder im Kampf, nur um von ihm besiegt zu werden. Überraschenderweise rettet ihr ausgerechnet der Fremde von eben das Leben und leistet ihr auch weiterhin freundliche Hilfe im Kampf gegen den falschen Battosai... und am Ende dieses Kampfes erfährt Kaoru dann auch, dass eben dieser Mann kein geringerer ist als Hitokiri Battosai. Sie ist aber jetzt keineswegs entsetzt sondern bietet ihm sogar an, bei ihr im Dojo zu bleiben, was Kenshin schließlich auch annimmt. So beginnen Kenshin und Kaorus Abenteuer, in deren Verlauf sie zahlreiche neue Freunde und Feinde gewinnen werden. Denn es gibt eine ganze Reihe Leute die um jeden Preis gegen Kenshin kämpfen wollen, sei es dass sie ihn von früher kennen und noch eine Rechnung offen haben, sei es dass sie ihr Können an dem Mann testen wollen, der als der stärkste Kämpfer der Bakumatsu-Zeit berühmt ist; schließlich sind da auch Verschwörungen, die von Kenshin vereitelt werden müssen. Dabei kämpft Kenshin permanent mit seiner schweren Vergangenheit und seinen starken Schuldgefühlen. Sein Schwur nie wieder einen Menschen zu töten wird mehr als einmal auf eine harte Probe gestellt. Kann Kenshin seinen Prinzipien treu bleiben, oder wird er letztendlich doch wieder zu einem Killer?

 

Die Handlung

 

Rurouni Kenshin hat keine einheitliche Handlung, sondern lässt sich grob in drei Sagas einteilen, wobei die erste wiederum aus zahlreichen kleineren Episoden besteht. Auch wenn Kenshin letztendlich ein Shonenmanga mit hohem Actionanteil ist, besteht die Handlung aus weit mehr als einer bloßen Aneinanderreihung von Duellen und Schlachten. Es gibt Charakterentwicklung, tiefgründige Dialoge, romantische Szenen und eine gute Portion Humor, die die Handlung abwechslungsreich und vielschichtig machen. Das Cast reicht von gewöhnlichen Mangatypen wie Yahiko oder Sanosuke bis hin zu abgefahrenen Figuren, die ihre Existenz der X-Men-Sucht des Autors zu verdanken haben. Wenn man Kenshin liest, kann man mit allem rechnen.

Obwohl der rote Faden Kenshins Streben nach Vergebung und Seelenfrieden ist, wird die Handlung fast nie zu düster, die Grundstimmung bleibt stets optimistisch und heiter, nicht zuletzt wegen dem gut gezielten Einsatz von Slapstick. Die Sterberate in diesem Manga ist auf jeden Fall geringer als in manch anderem Werk.

 

Die Zeichnungen

 

Wenn Watsuki eines kann, dann ist es Zeichnen. Alle 28 Bände hindurch sind die Zeichnungen von sehr hoher Qualität, die Hintergründe sauber und schön ausgearbeitet und die Personen bis in die Nebenrollen hinein klar und detailliert. Watsukis Zeichenstil ändert sich im Laufe der Zeit stärker als ich es bisher in irgendeiner Serie gesehen habe. Am deutlichsten sieht man das an Kenshin (schließlich ist er ständig da!), der zu Beginn der Geschichte viel kindlicher und wuscheliger wirkt als später, wenn der Zeichner dazu übergeht weniger Striche einzusetzen. Die Charaktere wirken älter und sauberer gezeichnet, die Augen werden kleiner und irgendwann befindet sich Kenshin auf einem Niveau bei dem wirklich niemand über die Qualität der Zeichnungen meckern können sollte!!

Tja... wenn das hier die Stelle ist um ein Fazit aus dem Geschriebenen zu ziehen, dann muss ich jetzt rufen: Kauft Kenshin! Kauft Kenshin, wenn ihr...

tolle Zeichnungen wollt.
eine Vielzahl sympathischer und/oder interessanter Charaktere treffen wollt.
rasante Kampfszenen mögt.
Samurais und Ninjas liebt.
euch für japanische Geschichte interessiert.
eine abwechslungsreiche Geschichte lesen möchtet. 

Und das alles für nur 5 € (pro Band)!

 

 

 

2002, 2004, 2006 Kaeli

 

 

 

2002-2006, Kontakt: kaeli@gmx.de

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